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Priv. Doz. Dr. Gunda Millonig

Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie & Hepatologie

Welchen Verlauf nimmt ein Patient, wenn operativ größere Anteile des Darms entfernt wurden?

Priv. Doz. Dr. Gunda Millonig: Prinzipiell müssen wir wissen, dass wir insgesamt ungefähr fünf Meter Dünndarm und ungefähr einen Meter Dickdarm haben als gesunder Mensch. Wenn davon etwas entfernt wird, kann das ein großes Stück vom Dünndarm und auch ein ordentliches Stück vom Dickdarm sein ohne, dass wir langfristig überhaupt Probleme bekommen. Wir brauchen, um langfristig fit für die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen zu sein, ungefähr eineinhalb Meter Dünndarm und optimalerweise auch noch etwas Dickdarm. Wenn bei einer Operation zirka eineinhalb Meter von diesen fünf Metern Dünndarm verloren gehen, dann macht das den meisten Patienten nur vorübergehend Beschwerden. Das heißt, sie kriegen etwas dünneren Stuhlgang, etwas Durchfall und der Dünndarm muss sich daran gewöhnen, die Funktionen vom verloren gegangenen Stück zu übernehmen. Hier kann man medikamentös Unterstützung geben, indem man die Magensäure blockiert. Auch stopfende Tabletten wie Imodium oder Loperamid, die wir von Reisedurchfall kennen, können vorübergehend verabreicht werden.

Nur ganz spezielle Teile des Dünndarms haben eine Funktion, die unwiederbringlich verloren gegangen ist, weil das eine spezielle Funktion ist, die nicht der ganze Dünndarm beherrscht. In erster Linie wichtig zu erwähnen wäre das terminale Ileum, das letzte Stück vom Dünndarm, bevor es in den Dickdarm geht. Dort werden Gallensäuren und Vitamin B12 aufgenommen. Wenn dieses Stück verloren geht, dann muss der Patient dauerhaft Vitamin B12 in Form von Spritzen erhalten.

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