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Was ist das Kurzdarmsyndrom?

Das Kurzdarmsyndrom (short bowel syndrom) ist eine Erkrankung, die mit dem Verlust großer Teile des Dünndarms einhergeht. Sie schränkt die Betroffenen in ihrem Alltag stark ein und kann lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Die verminderte Darmfunktion führt dazu, dass die Aufnahmefähigkeit des Darms empfindlich gestört wird.1,2

In weiterer Folge kann mit einer normalen Ernährung kein adäquater Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt mehr erreicht werden. Eine große Zahl der Betroffenen muss zumindest vorübergehend künstlich ernährt werden.

Wie kommt es zum Kurzdarmsyndrom?

Das Kurzdarmsyndrom tritt in der Regel auf, wenn ein großer Teil des Darms (v.a. des Dünndarms) nach einer Krankheit oder einem Unfall operativ entfernt wurde. In seltenen Fällen ist es angeboren. Die operative Entfernung eines Teils des Darms kann beispielsweise notwendig sein bei entzündlichen akuten Gefäßverschluss des Darms (Mesenterialinfarkt), bei Krebserkrankungen des Dünndarms und bei einer chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn). Der Funktionsverlust des Dünndarms ist eine weniger häufige Form, bei der Betroffene ebenfalls nur schlecht oder gar nicht Nährstoffe und Flüssigkeiten in den Körper aufnehmen können.


Das KDS kann typischerweise drei Ursachen haben:

    • Angeborener Defekt: Hier handelt es sich um eine angeborene Verkürzung des Darms.
    • Chirurgische Entfernung: Teile des Darms wurden bei einem chirurgischen Eingriff entnommen. Gründe dafür können beispielsweise vaskuläre Ereignisse (wie Embolie oder Thrombose), Komplikationen bei der Adipositas-Chirurgie, Traumata oder eine Morbus Crohn Erkrankung sein.
    • Ein krankheitsbedingter Verlust der Aufnahmefähigkeit von flüssigen und festen Nährstoffen im Darm.3,4

 

DAS KURZDARMSYNDROM GEHT MIT VERLUSTEN VON TEILEN DES DARMS UND DER DARMFUNKTION EINHER1,2

1. O’Keefe SJ, et al. Clin Gastroenterol Hepatol. 2006;4(1):6-10
2. Nightingale JMD. Intestinal Failure. 2001:177-198; 4. Buchman AL. Nutrition. 1997;13(10):907-913

Varianten des Kurzdarmsyndroms

Ein gesunder Dünndarm ist im Normalfall fünf bis sechs Meter lang. Wenn nur noch 60 bis 100 cm des Dünndarms vorhanden sind, kann die optimale Nährstoffaufnahme nicht mehr gewährleistet werden.

Die Gastroenterologie unterscheidet mehrere Typen des Kurzdarmsyndroms. Diese können nach der verbleibenden Länge des Dick- und Dünndarms oder nach postoperativen Ergebnissen klassifiziert werden.

Klassifikation nach verbleibender Länge des Dünndarms:
  • Typ I (Jejunostomie): < 100cm
  • Typ II (Jejunokolische Anastomose): < 65cm
  • Typ III (Jejunoileale Anastomose): < 30cm5

     

Klassifikation nach postoperativen Ergebnissen:

Ein Darmversagen kann auch anhand des zeitlichen Verlaufs der Symptome und des Outcomes eingeteilt werden.

Fachkreise unterscheiden hier drei verschiedene Typen.6

  • Typ I: Das Darmversagen ist akut, kurzzeitig und hat oft selbstlimitierende Bedingungen.
  • Typ II: Hier handelt es sich um einen anhaltenden akuten Zustand. Oft ist das bei metabolisch instabilen Patienten der Fall, die über Wochen und Monate eine komplexe Behandlung benötigen.
  • Typ III: Das Darmversagen ist in diesem Fall ein chronischer Zustand bei metabolisch stabilen Patienten, die intravenöse Unterstützung über Jahre benötigen. Es kann sowohl reversibel als auch irreversibel sein.

 

1. Hofstetter S, et al. Curr Med Res Opin. 2013;29(5):495‐504; 2. O’Keefe SJ, et al. Clin Gastroenterol Hepatol. 2006;4(1):6‐10; 3. Nightingale JMD. Intestinal Failure. 2001:177‐198; 4. Buchman AL. Nutrition. 1997;13(10):907‐913; 5. Messing B, Crenn P, Beau P et al. Long‐term survival and parenteral nutrition dependence in adult patients with the short Short Bowel Syndrome; GASTROENTEROLOGY 1999;117:1043–1050; 6. Shire Powerpoint "Das Kurzdarmsyndrom" AT/CAPROM/TED/16/004

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